Paul Jonas Petry ist der leitende Dozent der Jahreskurse an der Alanus Kunstakademie. Er doziert den Bildhauer Teil im 2. Halbjahr des Jahreskurs. Normalerweise geht der Jahreskurs ein Jahr. Die meisten von unsrer Gruppe waren so begeistert, das sie unbedingt weiter machen wollten.
Paul hat es uns ermöglicht den Jahreskurs fortzuführen. Er spricht die Termine mit der Akademie ab, fragt Dozenten für uns an und hat das Konzept für die weiteren Jahre entworfen.
Es gibt schon einen Jahreskurs der weiter gemacht hat, natürlich mit Pauls Hilfe. Mittlerweile stehen sie auf eigenen Füßen und haben eine Künstlergruppe Namens Römme gegründet. Römme ist so etwas wie Schmand oder saure Sahne… aus Norwegen. Römme hatte im Oktober 07 ihre erste Ausstellung.
Die Idee zu dieser Künstlergruppe ist in Norwegen entstanden, als der Gruppe klar wurde, das der Kurs nach 4 Jahren zu Ende sein wird.
Paul hat uns oft erzählt, das er mit seinen Bildhauer Studenten 3 Monate im Sommer in Norwegen verbringt, zum arbeiten.
Im 3. Jahr hatten wir Paul endlich überredet mit uns auch nach Norwegen zu fahren.
Norwegen. Ein Experiment. 10 Tage Gruppenreise, Thema: Landschaft zeichnen.
Kleines Gepäck, Pauls Leitspruch: reduce to the max!!!
Und 3 Frauen mit ihren Ehemännern und teilweise noch zu stillenden Kindern…
Ich war etwas irritiert… ich hatte an Bildhauern gedacht und nicht an Landschaft zeichnen…
Die Landschaftsmalerei war mir bisher ein Rätsel. Natürlich gibt es wunderschöne Landschaftsmalereien und Zeichnungen, die auch mir sehr gut gefallen… Bis dato hatte ich weder Spaß daran noch Lust. Vor allen Dingen mich irgendwo ins Land zu stellen und zu malen, womöglich noch zu frieren… oder im Regen. Wie anstrengend und ungemütlich… Da ich aber schon oft in den letzten 3 Jahren die Erfahrung gemacht habe, wenn ich mich auf ein Thema einlasse, auch wenn es mir objektiv nicht gefällt, öffnen sich auf wundersame Weise ungeahnte Türen… So auch in Norwegen. 10 Tage Zeit „selbst sein“ zu dürfen…mit Familie.
5 Kinder, 3 Ehemänner (zum Kinder hüten) 10 Kursteilnehmerinnen, 1 Kursteilnehmer und unsere 2 Dozenten Paul Jonas Petry und Corinna Krebber.
Nach ca.4 Tagen hat unsere Gruppe ihren Rhythmus gefunden, im Einklang mit den Individuellen Rythmen.
Ich bin mit Corinna und einigen anderen, jeden Morgen, 2-4 Stunden, auf Wanderschaft mit Skizzenblock gegangen.
Skizzenblock heißt ein kleines Heftchen von Crinna und Paul gemacht. Jeder hat das gleiche bekommen. Ein kleiner Anreiz für alle. Ich für meinen Teil habe riesigen Respekt vor Skizzenbüchern. Die Seiten sind fest und es wird alles darin festgehalten ohne Rücksicht auf Verluste…

Morgens wandern, Nachmittags malen und zeichnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, diversen Versuchen meinen Strich zu finden, habe ich schließlich etwas gefunden, was meine Aufmerksamkeit verlangte. Die langen kahlen Bäume und die unglaublichen Herbstfarben. Eine kombination von Üppigkeit und Kahlheit…

Ich habe versucht die traurigen kahlen Baumstämme mit Graphit und Frottagetechnick festzuhalten. In Gruppen wirkten sie so als wenn sich sich unterhalten würden und gar nicht mehr traurig.
Daneben mein farbiger Eindruck der Bäume, Gräser und Preiselbeerblätter.




Am Ende, zu Hause, sind auf Leinwand mit Graphit, Werke von einsamen und nicht einsamen Bäume entstanden und mit Acrylfarbe, auch auf Leinwand, Preiselberrblättertepiche…


Ich fand es sehr spannend zu Hause meinen künstlerischen Eindruck von Norwegen festzuhalten. Meine Meinung über das Landschaft zeichnen hat sich gewaltig verändert und ich empfand es als einen sehr bereichernden Prozeß…
und freue mich auf die nächste Reise mit Skizzenbuch!